Nachdem der Rausch am 1. Januar ausgeschlafen war, ging es ans Packen. Wie meine Packliste aussieht, wisst ihr ja bereits, nur diesmal kam eine Besonderheit dazu: Badehose nicht vergessen!
Als wir (mein Bruder Dominic begleitet mich) mit Delta Airlines über Atlanta in Nassau angekommen waren, bezogen wir unser Hotel, das Nassau Palm. PokerStars bezahlt 8 Nächte im edlen Atlantis Resort, und da die Nacht dort um die 300 bis 450 Dollar kostet, entschieden wir uns, zuerst in ein kostengünstigeres Hotel zu ziehen.
Der Zeitunterschied zur Schweiz beträgt übrigens 6 Stunden, aber auch hier ist Winter. Am ersten Tag störte uns dies aber nicht und wir haben den Strand unsicher gemacht. Leider macht siche eine kleine Enttäuschung breit, war der Strand doch voller Steine, der Himmel stark bewölkt und der Wind extrem stark. Ein bisschen gefroren habe ich schon
Dass die Preise happig sind, da vieles importiert werden muss, wussten wir bereits im Voraus. In etwa kann man sich Schweizer Preise in Touristengebieten vorstellen.
Unser Hotel lag auf der Insel New Providence, das ist die mit der grössten Bevölkerungsdichte. Es gibt diverse kleine Shops mit Soft-Drinks, T-Shirts und sonstigen einheimischen Souvenirs wie aus Holz geschnitzen Köpfen. Sogar einen Subway und McDonalds haben wir entdeckt. Die Einwohner sind sehr offen und freundlich, nur an der Geschwindigkeit könnte noch etwas gearbeitet werden
Nach zwei Nächten im Nassau Palm konnten die Ferien dann so richtig beginnen, wir zogen in die Royal Towers des Atlantis Hotels auf der sogenannten Paradise Island. Das sind Welten! Das Wetter ist zwar das gleiche, aber es hat keine Steine am Strand
Der Hotelkomplex ist riesig und obwohl wir jetzt schon zwei Tage hier sind, habe ich das Gefühl, noch nicht einmal die Hälfte davon gesehen zu haben. Nichtsdestotrotz haben wir bereits einige Schweizer gesichtet. Stefan und Michael Huber, Ronny Kaiser und Mojo sind alle hier. Die drei Erstgenannten spielen heute ihren Day 1A, leider habe ich keine Infos über Chipstände, da ich erst gerade von einer Massage aus dem Spa zurückgekommen bin

Ausser dem Spa gibt es noch viele andere Dinge, mit denen man sich hier die Zeit vertreiben kann:
- Alle Arten von Tauchen (Schnorcheln, Scuba-Diving, usw.)
- Wasserpark (Pools, Rutschbahnen, Schwimmen mit Delphinen usw.)
- Kino (Gestern lief “Rounders”)
- Casino (Slotmachines, Blackjack, Roulette, Craps, Let it Ride, Caribbean Stud)
- Gamer-Raum mit Arcade Maschinen
- Shopping
…und vieles mehr. 1150 Dollar an Spesen sind im PokerStars-Paket inbegriffen, mit der Zimmerkarte kann das Guthaben genutzt werden.
Von meinem Hotelzimmer aus dauert es rund 10 bis 15 Minuten, bis ich im Poker Room, gekennzeichnet mit “Convention Center”, bin. Normalerweise wird auf den Bahamas kein Poker angeboten, die zwei PCA-Wochen bilden da eine Ausnahme. Den Event 2 habe ich bereits gespielt, ein $200-NLHE-Turbo: 5000 Chips, 15 Minuten Levels. Ich bin als zirka 90ster von 230 ausgeschieden mit 99 gege AQ. Die Dame auf dem River machte meine Hoffnungen zunichte
Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Eindruck meiner bisherigen Erlebnisse von den Bahamas übermitteln. Heute Mittwoch ist mein Starttag Tag 1B (Tisch 38, Platz 3), um 12 Uhr Lokalzeit (18 Uhr in der Schweiz) gehts los!
Danke fürs Lesen und Daumen drücken!
Hier ein kleines Recap meines Starttages 1B…
Super Struktur und keine Karten = Alptraum!
Bekannte Namen an meinem Tisch waren Darus Suharto (WSOP 08 Finaltable) und Billy Gazes, ein Full-Tilt-Pro.
#1
In Level 4 (Blinds 150/300) bekomme ich 99 UTG. Mein Raise von 850 wird von zwei Personen gecallt. Flop ist T98 Rainbow. Ich mache eine Contibet von 1400 und werde von einer Person gecallt.
Turn ist eine bedeutungslose 2, und da ich meinem Gegner etwas wie JT oder AT gab, checkte ich, in der Hoffnung er würde setzen. Er checkte aber behind. Der River eine 4 und wiederum checkte ich, diesmal spielte mein Gegner potsize an (5500) und ich war mir der Sache schon nicht mehr so sicher und callte nur. Tatsächlich zeigte er mir die Nuts, er hatte mit QJ die Strasse gefloppt. Damit war ich down von 30′000 auf ca. 18′000. Da bin ich wohl noch gut weggekommen!
#2
Mit meinen 18k habe ich mich bis ins Level 7 (300/600 Ante 75) durchgeschlichen, bis ich das erste Mal die Aces gedealt bekam. Ein neuer Spieler raiste seine erste Hand am Tisch, auf 1500, der nächste Spieler raiste ebenfalls, auf 4300, ich shippe auf dem Button meine 18′000 und erstaunlicherweise geht der Big Blind ebenfalls all-in, er coverte mich. Die ursprünglichen Raiser foldeten beide. Ich trat gegen 
an. Auf dem Flop kam die
und die
, was meinem Gegner einen Flush Draw wie auch einen Gutshot gab. Ich konnte das Ganze nicht mitansehen und war doch sehr erfreut, als mir der Dealer die Chips rüberschob. Up auf ca. 42′000! Der 3-Better teilte mir noch mit, dass er TT gefoldet hatte… zum Glück ging der Big Blind all-in, sonst hätte er mich wohl gecallt.
#3
Im letzten Level des Tages (8, 400/800 Ante 100) erhalte ich under the gun JJ und raise auf 2500. Ein Shortstack pusht all-in mit 8500 was ich natürlich calle, er zeigt mir TT. Die Freude währte aber nur kurz, zu meinem Grauen floppt mein Gegner gleich Quads… TT2. Und wieder bin ich runter auf 34′000…
#4
Ein paar Hände später erhalte ich wieder JJ und eröffne den Pot, der Small Blind callt mich und der Flop erscheint 985, der Gegner checkt zu mir und ich Contibette. Der Small Blind pusht darauf all-in mit rund 20′000, ich tanke etwa 3-4 Minuten und folde offen meine Jacks. Mein Gegner (immerhin war es nciht der, gegen den ich das All-In verlor) reibt mir wieder die Zehner unter die Nase, und ich frage mich, was ich mir dabei gedacht habe…
Als noch zehn Minuten zu spielen waren, wurde die Clock angehaltet und noch vier Hände gespielt. Den Tag konnte ich schlussendlich mit 30′400 Chips abschliessen, einem Plus von grandiosen 400 Chips.
Morgen um 12 Uhr gehts weiter mit Blinds 500/1000, auf bessere Karten und Hooooldems!
Ja, leider hat es mich an Day 2 erwischt. Trotzdem bot der Tag so einiges an Spannung und Überraschungen.
Donnerstag, 7. Januar 2010, Tag 2 des PokerStars Caribbean Adventure steht an. Ich liege noch im Bett, als mein Handy klingelt. Ein Freund aus der Schweiz ruft an und teilt mir mit, dass ich mit Phil Fucking Ivey am Tisch sitzen werde. Wow! Schnell das Notebook einschalten und die Tischauslosung anschauen. Es stimmt tatsächlich! Ich war dann doch ein bisschen auf dem Häuschen. Dass Nam Le ebenfalls an meinem Tisch sass (Nummer 97 von 100), ging dabei fast ein wenig unter.
Als ich dann am Tisch sass, machte ich es mir auf meinem Stuhl bequem, und dann kam er wirklich: The one and only… Phil Ivey! Unglaublich, wie ein Pokerspieler die Massen anziehen kann. Im Schnitt stand ein halbes Dutzend Leute herum, die ihn fotografierten.
Mit den Kopfhörern im Ohr packte er seine Chips aus, zwischendurch tippte er auf seinem Handy herum. Eine Person am Tisch fragte ihn dann noch gleich, ob er um $300 Props (Sidebets) spielen wolle, was er aber dankend ablehnte.
Leider sass ich nur für insgesamt 18 Hände an diesem Tisch, denn es ging sehr zügig mit dem Auflösen der Tische, und da bei Tisch 100 angefangen wurde, waren wir schnell an der Reihe. Ivey spielte nur eine Hand: Als Nam Le auf 2700 erhöhte, machte Ivey daraus 8500 und alle foldeten. Genau wie mein Vorbild spielte auch ich nur eine Hand, nämlich die Letzte. Das Floorpersonal stand schon um unseren Tisch herum, alle foldeten, der Button machte den Standardmove und ich hatte 
im Big Blind und pushte all-in. Ein bisschen genervt zeigte der Button 
und machte sich daran, den Tisch zu wechseln.
Ein kleiner Bericht von unserem Tisch war übrigens auch auf dem PokerStars-Blog zu finden (”12:20 Uhr: Tag 2 läuft”).
Ich wurde an den Tisch 59 gezügelt und das Dilemma von gestern ging weiter, no Cards! Nach einem missglückten Steal (Raise vom Cutoff mit 
und einer Barrel auf einem Flop von 

) musste ich dann aufgeben und hatte noch um die 21’000 an Chips. Mein Stack schmolz langsam dahin.
Ich hielt mich mit All-In-Moves (
, 
, 
) über Wasser, die zum Glück alle nicht gecallt wurden, bis urplötzlich, kurz nach der ersten Pause (ab Tag 2 sind es 75 Minuten Levels und immer anschliessend 15 Minuten Pause), die Post abging.
#1
Mit 
konnte ich nach einem Raise all-in gehen, leider wurde ich nicht gecallt. Trotzdem nehme ich jeden Chip
#2
Mit 
eröffnete ich den Pot und kriegte einen Caller. Der Flop war 

und ich hielt den
. Somit hatte ich einen Royal-Flush-Draw, Gutshot und Flushdraw. Mein Raise auf dem Flop wurde gecallt und ich dachte schon, oh mann, das blöde Ass. Zum Glück erschien aber der dritte König auf dem Turn und nach einem weiteren Raise von mir schüttelte mein Gegner nur den Kopf (ich vermute, dass er dachte, ich hätte nun die Strasse mit der Dame).
#3
Nach einem weiteren Button-Raise erhielt ich im Small Blind 
und ging wieder all-in, wiederum ohne Call.
#4
Mit 
eröffnete ich den Pot und erhielt die Blinds.
Ich war doch ein bisschen genervt. Endlich erhalte ich Karten, kann aber keinen Profit daraus schlagen ;(
Mit 42’000 und kurz vor dem Ende des Levels wurde der Tisch wieder aufgelöst, das ging aber schnell! Innerhalb von 150 Minuten (2 Levels, je 75 Minuten) wurden 41 Tische aufgelöst und ich kam an den Tisch 55. Super, dachte ich mir, da werde ich 10 Minuten sitzen, bis auch diese Tisch wieder aufgelöst wird. Zuerst gab es aber noch ein Pause, bevor das nächste Level (1000/2000 Ante 200) begann.
An meinem neuen Tisch erkannte ich nur Kathy Liebert. Es waren 2 Hände gespielt nach der Pause, bis sich meine verheerende Hand abspielte:
Der Cutoff raiste auf 5000, der Button callte und Kathy Liebert (Stack rund 66k) squeezte im Smallblind auf 21’000. Jetzt schaute ich meine Karten an und sah 
. Hmmm, was tun? Ich habe 42’000, somit 21 Big Blinds, und dass bei diesen Turnieren nach einem Raise und anschliessendem Call nochmals geraist wird, ist ziemlich Standard. Natürlich wusste ich, dass Kathy mich callen würde, also gab es für mich keine andere Wahl: All-In. Es wurde bis zu Kathy gefoldet, sie callte mit einem Achselzucken und zeigte… 
. Mannnnnnnnnnnnnnnnnnn!
Das Board brachte mit 



keine Hilfe und somit war mein Turnier, das erst gerade richtig begonnen hatte, bereits vorbei. Ich schaute auf die Tafel und sah, dass noch zirka 600 Personen im Turnier waren. 224 kamen ins Geld. So schade, dass es wieder nicht klappte.
Am Abend wurde dann noch eins über den Frust getrunken, aber so richtig!
Dann mache ich jetzt halt Ferien!
Pläne, was ich noch machen und spielen werde, habe ich noch nicht, das wird sich alles ergeben.


Ich danke allen, die mir in der Schweiz die Daumen gedrückt haben und verabschiede mich mit diesem Blog von den Bahamas.
Gruss
raz0r
Links zum Thema:
Pokeraction News Beitrag
Pokerstars Blog Beitrag
Pokertoday Day2